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Ein Hauptseminar, in dem man schlafen durfte…

Die Vorlesungszeit ist vorüber und auch mein Hauptseminar ist zu Ende. “Techniktraining im luziden Traum” - mit diesem Titel lockte ich zu Beginn des Semesters engagierte Studierende, die gerne mehr über diese neue mentale Trainingsform erfahren wollten. Dass auch wirklich nur Interessierte kamen, legte ich das Seminar auf Montag Morgen von 8.15-9.45 Uhr. Insgesamt sollten nur 10 Teilnehmer in den Kurs aufgenommen werden, da wir aufwendige Schlafaufzeichnungen mit jedem im Kurs geplant hatten, schließlich waren wir dann doch 14 Leute; wobei wir sogar einen Gast aus der Erziehnungswissenschaft begrüßen durften. Insgesamt trafen wir uns achtmal am Montag, um die Theorie für die Veranstaltung zu erarbeiten. Anstatt Referate erstellten die Studierende Poster, auf denen die wesentlichen Grundlagen über die Schlaf- und Traumforschung aufgeführt wurden. Neben den Theorieeinheiten verbrachten die Studierenden insgesamt drei Nächte - über das Semester verteilt - am ISSW. Zweimal durften sie selbst schlafen und einmal mussten sie einen anderen beim Schlaf beobachten. “Beim Schlafen beobachten” bedeutet, dass sie die Aufzeichnung der Standardableitung am Monitor im Nebenraum verfolgten. Etwa alle 90 Minuten kommt für die Traumforschung und Klartraumforschung die besonders interessante REM-Schlafphase, in der wir lebhafte Träume erleben und auch Klarträumen können. Da die meisten Menschen nicht spontan Klarträume erleben, wollten wir unseren Seminarteilnehmern durch Licht oder Vibrationen auf die Sprünge helfen, d.h. während des REM-Schlafs erhielten sie entweder Lichtblitze oder einen Vibrationsstoß am Fuß- oder Handgelenk. Diese Prozedur führte in acht Fällen zu einem Klartraum. Die anderen träumten entweder normal davon oder blieben in ihrem Traumerleben völlig unbeeindruckt. Insgesamt war mein Eindruck, dass die Studierenden es sehr genossen im Unterricht zu schlafen, aber auch erkannten, dass auf Kommando zu schlafen, nicht immer so einfach ist. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Patrick, der seine Abschlussarbeit über die gesammelten Daten schreiben wird und deshalb über die Hälfte der Nächte die Nachtwache übernommen hatte.

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