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Kompaktseminar “Sport, Schlaf und Lernen”

Vom 9. Juli bis zum 11. Juli fand am ISSW  das Kompaktseminar “Sport, Schlaf und Lernen” statt. In dem Seminar wurde die Verknüpfung zwischen Sportwissenschaft und Schlafforschung von verschiedenen Seiten beleuchtet. Insgesamt wurden sechs Themenblöcke von den Studierenden erarbeitet. Als Grundlagenliteratur habe ich verschiedene Abschlussarbeiten, die bei mir in den letzten Jahren geschrieben worden sind, verwendet:

1. Die Bedeutung des Schlafes im Hochleistungsradsport
2. Einfluss von sportlicher Aktivität auf den Schlaf
3. Der Einfluss von Jetlag auf den Spitzensport anhand einer Analyse der olympischen Medaillenspiegel
4. Motorisches Lernen im Schlaf? Überprüfung der schlafgestützten Konsolidierung anhand des Golf-Putts
5. Körpererleben im Traum nach Sportverletzungen
6. Wettkampfangst und subjektive Schlafqualität vor wichtigen sportlichen Ereignissen
7. Training im Klartraum: Anwendungsorientierte Studie im Bereich „Nordischer Skisport“

Zunächst hatte ein Student die Gelegenheit ohne Rüge währendes Seminars ein kleines Mittagsschläfchen zu halten, dabei wurde sein Schlaf mittels Elektroenzephalografie (EEG), Elektrookulografie (EOG) und Elektromygrafie (EMG) abgeleitet. Dann folgten in jeweils 2-Stunden-Blocks die einzelnen Themen, die von den Studierenden vorbereitet wurden. Das Seminar zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass wir uns bei der Seminarplanung ausschließlich auf aktuelle hochschuldidaktische Elemente konzentrierten, d.h. keine Endlosreferate der Studierende und Monologe der Dozenten, stattdessen Gruppenpuzzel, Lernspaziergang, Aquarium (Fish bowl), Bildergalerie, Blitzlicht, Impulsplakat, Kugellager, Netzkarte sowie die 4-Ecken-Methode. Wenn auch die Vorbereitung, sowohl für die Studierende als auch für uns mehr Zeit und Anstrengung kostete, denke ich, dass sich die Arbeit gelohnt hat. Die drei Tage waren sehr produktiv, unterhaltsam, kurzweilig, interessant und vor allem interaktiv, so dass man sich nur darüber freuen kann, ein so schönes Seminar geleitet zu haben. An dieser Stelle noch mal ein großes Kompliment an die Studierende, die so engagiert und interessiert für das Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.

Weitere Bilder über das lebhafte Kompaktseminar finden sich unter:
http://picasaweb.google.de/derlach2/2010SoSeHauptseminarSportSchlafUndLernen

Turnen im Klartraum

In diesem Semester habe ich wieder mein Montag-Morgen-Projektseminar zum Thema “Motorik, Schlaf und Traum” angeboten. Zwölf hochmotoivierte Studenten, zwei Examenskandidaten und eine Psychologiestudentin aus Bonn, die ihr Praktikum am ISSW absolvierte, waren ein Garant für ein kurzweiliges, arbeitsintensives und spannendes Hauptseminar. Das Seminar fand immer am Montag Morgen von 8.15-9.45 Uhr statt, zudem wurden aufwendige Schlafaufzeichnungen mit jedem im Kurs geplant. Insgesamt trafen wir uns achtmal am Montag, um die Theorie für die Veranstaltung zu behandeln. Statt Referate erarbeiteten die Studierende in Gruppenarbeiten Poster, auf denen die wesentlichen Grundlagen über die Schlaf- und Traumforschung aufgeführt wurden. Neben den Theorieeinheiten verbrachten die Studierenden zwei Nächte am ISSW. Ziel der Schlaflabornächte war es Klarträume zu induzieren, dabei haben wir die so genannte “Wake-back-to-bed”-Methode überprüft. Im Klartraum angelangt, sollten die Studierende eine kleine Turnübung machen. Hier interessierte uns die benötigte Zeit, die man im Klartraum für eine motorische Handlung benötigt. Die umfassende Aufgabe der Schlafaufzeichnung wurden von Melanie, Martin und Marcel durchgeführt, die auch ihre Abschlussarbeiten über diese Studie verfassen werden, euch nochmal an dieser Stelle mein besonderer Dank. Insgesamt war mein Eindruck, dass die Studierenden es sehr genossen im Unterricht zu schlafen, aber auch erkannten, dass auf Kommando zu schlafen, nicht immer so einfach ist. Vielen Dank für die tolle Stimmung und die gute Mitarbeit in dem Seminar.

NASPSPA in Tucson, Arizona

am 9. Juni machten Klaus Blischke, Steffen Schmidt und ich mich auf nach Arizon. In der Wüstenstadt Tucson fand die jährliche Tagung der North American Society for the Psychology of Sport and Physical Activity (NASPSPA) vom 10.-12.06 statt. Insgesamt haben wir in Tucson drei Beiträgen vorgestellt:

  1. Erlacher, D. (2010). Duration of cognitive and motor activities in lucid dreams. Journal of Sport and Exercise Psychology, 32, (Supplement June 2010), 75.
  2. Blischke, K., Erlacher, D., & Brueckner, S. (2010). Sleep-related off-line motor learning: muscle activation vs. spatial sequence representation effects. Journal of Sport and Exercise Psychology, 32, (Supplement June 2010), 63.
  3. Schmidt, S., Erlacher, D., Blischke, K., Brueckner, S., & Mueller, F. (2010). Sleep related enhancement in motor performance: gross vs. fine motor tasks. Journal of Sport and Exercise Psychology, 32, (Supplement June 2010), 124.

Im Anschluss sind wir gemeinsamen nach Texas geflogen, um mit David Wright an einem Forschungsantrag zu arbeiten. Hier ein paar Bilder:

asp-Tagung in Salzburg

Vom 13. bis 15. Mai 2010 fand die 42. asp-Jahrestagung zum Thema “Psychophysiologie im Sport - zwischen Experiment und Handlungsoptimierung” in Salzburg statt. Auf der Tagung habe ich meinen persönlichen Rekord aufgestellt: Insgesamt war ich an acht Beiträge beteiligt. Eigentlich stehe ich ja nicht auf diese “Massenware”, da es aber alles Themen aus dem Bereich der Schlafforschung und diese wiederum weit gestreut waren, freut es mich dennoch.

  1. Erlacher, D. (2010). Dauer von kognitiven und motorischen Handlungen im Klartraum.
  2. Erlacher, D, Binnig, D. & Kaufmann, T. (2010). Schlafverhalten von Leistungsradsportlern während einer Radrundfahrt.
  3. Brückner, S., Erlacher, D., Schmidt, S., Malangré, A. & Blischke, K. (2010). Off-line Lern-Effekte durch Schlaf: Von Finger- zu Armbewegungen.
  4. Gebhart, C., Erlacher, D. & Schredl, M. (2010). Einfluss von sportlicher Aktivität und Schlafedukation auf den Schlaf.
  5. Müller, F. & Erlacher, D. (2010). Induktion von Klarträumen: Zugang zum Training in der Nacht?
  6. Brückner, S., Blischke, K. & Erlacher, D. (2010). Aufgaben-Merkmale beeinflussen off-line Lern-Effekte durch Schlaf.
  7. Zier, E., Ehrlenspiel, F., Adegbesan, O. & Erlacher, D. (2010). Einfluss von Wettkampfangst, Bewältigungsstrategien & volitionalen Kompetenzen auf die Schlafqualität von Athleten.
  8. Zier, E., Ehrlenspiel, F., Adegbesan, O. & Erlacher, D. (2010). Schlafverhalten vor Wettkämpfen - Vergleich nigerianischer und deutscher Leistungssportler.

BIAL-Tagung in Portugal

Vom 7. bis 9. April fand in Porto (Portugal) die 8. Tagung der Bial Foundation mit dem Titel “Behind and Beyond the Brain”. Auf der Tagung präsentierte ich die Studienergebnisse über unser Forschungsprojekt, das von der BIAL Foundation von 2006-2008 gefördert wurde, zum Thema Dauer von Handlungen in Klarträumen. Die Tagung war sehr lebhaft und interessant. Videos zu den einzelnen Vorträgen können auf der Bial-Homepage angeschaut werden:

http://tv.up.pt/channels/conferencias?set_locale=en

Im Anschluss haben wir noch ein paar Tage Urlaub in Portugal dran gehängt. Neben Porto haben wir Lisabon besucht und sehr schöne Tage in Portugal erlebt.

Neues Semester, neues Glück

Nach der Konzentrationsphase im letzten Wintersemester habe ich im Sommersemester wieder meinen Lehrverfplichtungen nachzukommen. Fast schon traditionell werde ich mein  Montag-Morgen-Projektseminar anbieten. In diesem Semester lautet der Title “Motorik, Schlaf und Traum” und mit der Unterstützung von Marcel, Martin und Melanie wollen wir die Teilnehmer zum Klarträumen verhelfen. Das zweite Hauptseminar “Sport, Schlaf und Lernen” wird als Block im Juli statfinden. Zudem werde ich im Sommersemester wieder meine drei Einheiten in der Vorlesung “Bewegung und Training” zum Thema motorisches Lernen halten. Ach herrjeh, wie schnell ging doch die Konzentrationsphase rum…

IJoDR: Heft Nummer 5 ist online!

Wow, unser fünftes Heft im dritten Jahr ist online und mit fast 100 Seiten das umfangreichste Heft, das wir bislang produziert haben. Das Ziel von dem International Journal of Dream Research ist es begutachtete Beiträge aus dem Bereich der Traumforschung zu publizieren. Die Bereiche reichen dabei von Traumerinnerung, Trauminhalte, Albträume, luzide Träume, Träume bei Kindern bis zu psychologischen Aspekten des Schlafes im Allgemeinen. Zusätztlich zu den empirischen Arbeiten werden Überblicksartikel und Buch bzw. Mediabesprechung veröffentlicht. Für die fünfte Ausgabe der Zeitschrift haben wir renommierte Kolleginnen und Kollegen aus der Traum- und Klartraumforschung gebeten, den “Invited Essay” von Allan Hobson zu kommentieren. Insgesamt haben wir 14 Kommentare erhalten:

  • Neuropsychiaric perspective and recommendations (Brylowski)
  • Lucid dreaming: Neural virtual reality as a mechanism for performance enhancement (Erlacher, Chapin)
  • Psychological considerations in pursuing lucid dreaming research (Gackenbach)
  • The future of lucid dreaming treatment (Gavie, Revonsuo)
  • Why lucid dreaming could also be called paradoxical dreaming (Holzinger)
  • Transcranial cortex stimulation as a novel approach for probing the neurobiology of dreams: Clinical and neuroethical implications (Karim)
  • Primary and secondary consciousness during dreaming (Kuiken)
  • Signal-verfied lucid dreaming proves that REM sleep can support reflective consciousness (LaBerge)
  • Transcendental consciousness wakes up in dreaming and deep sleep (Mason, Orme-Johnson)
  • Different kinds of subjective experience during lucid dreaming may have different neural substrates (Mota-Rolim, Erlacher, Tort, Araujo, Ribeiro)
  • New perspectives for the study of lucid dreaming: From brain stimulation to philosophical theories of self-consciousness (Noreika, Windt, Lenggenhager, Karim)
  • Dreaming and waking: Phenomenological and biological differences (Schredl)
  • Lucid and non-lucid dreaming: Thinking in networks (Spoormaker, Czisch, Dresler)
  • Lucid dreaming: Reflections on the role of introspection (Voss)

Weiterhin gab es sechs Originalbeiträge und eine Buchbesprechung:

  • An investigation among dreams with sexual imagery, romantic jealousy and relationship satisfaction (Clarke, DeCicco, Navara)
  • The frequency of déjà vu (déjà rêve) and the effects of age, dream recall frequency and personality factors (Funkhouser, Schredl)
  • Dream content analysis: Basic principles (Schredl)
  • Is sleep-dependent memory consolidation of a visuo-motor task related to dream content? (Schredl, Erlacher)
  • Content analysis on the potential significance of color in dreams: A preliminary investigation (Hoss)
  • Frequency of sport dreams in athletes (Erlacher, Schredl)
  • History of dream research: The dissertation “Entstehung der Träume (Origin of dreams)” of Wilhelm Weygandt published in 1893 (Schredl)

Die Beiträge können kostenlos unter http://ijodr.org als pdf-Datei heruntergeladen werden. Das International Journal of Dream Research ist ein open access E-Journal und es werden keine Gebühren für den Autor erhoben. Interessierte Forscher/innen können ab sofort ihre Manuskripte an die Herausgeber senden:

* Michael Schredl (editor@ijodr.org)
* Daniel Erlacher (editor@ijodr.org)

Die nächste Ausgabe des International Journal of Dream Research soll im Oktober 2010 erscheinen.

Klartraumtagung in Heidelberg

Vom 26. bis zum 28. März 2010 fand die Tagung “Klartraum - Wahrtraum. Außergewöhnliche Traumerfahrungen in der empirischen Forschung” in Heidelberg statt. Das Treffen wurde von der Gesellschaft für Anomalistik e.V. veranstaltet und von Frau Ursula Olfenbüttel und Edgar Wunder organisiert. Die Tagung war aus einer guten Mischung von experimentellen Beiträgen, um die aktuellen empirischen und philosophischen Forschungsansätze zu diesen Themenbereichen kritisch zu diskutieren. Ich selbst habe einen Überblicksvortrag zum Thema “Motorisches Lernen im luziden Traum” gehalten.

Write or Die

“Write or Die” ist ein kleines Hilfsprogramm, dass den Schreibprozess beschleunigen soll. Voller Hoffnung für meine Konzentrationsphase habe ich natürlich dieses kleine Tool ausprobiert. Leider hat es mir nur bedingt weitergeholfen… Für alle Schreibgeschädigten sei dieses Buch eher empfohlen:

How to Write a Lot: A Practical Guide to Productive Academic Writing von Paul J. Silvia

Wochenende für die Wissenschaftstheorie

Am letzten Freitag und Samstag (23.-24.10.2009) traf sich der wissenschaftliche Nachwuchs am ISSW um von Prof. Klaus Willimczik (Technische Universität Darmstadt) etwas über Wissenschaftstheorie zu erfahren. Auch ein paar Studierende haben sich zu der Veranstaltung verirrt und sicherlich war auch sie am Ende der zwei Tage so begeistert wie die Nachwüchsler. Klaus Willimcik nutzte als Grundlage seinen beiden ersten Bände “Sportwissenschaft interdisziplinär”, um die Inhalte möglichst kompakt zu präsentieren:

  • Willimczik, K. (2001). Sportwissenschaft interdisziplinär - Band 1: Geschichte, Struktur und Gegenstand der Sportwissenschaft. Hamburg: Czwalina.
  • Willimczik, K. (2003). Sportwissenschaft interdisziplinär - Band 2: Forschungsprogramme und Theorienbildung in der Sportwissenschaft. Hamburg: Czwalina.

Die Inhalte dieser Blockveranstaltung fokusierten sich auf folgende Themen, die teilweise von den Seminarteilnehmern aufgearbeitet wurden:

  • Forschungsprogramme in der Sportwissenschaft
  • Kriterien der Sportwissenschaft
  • Geschichte der Sportwissenschaft
  • Der lebensweltliche Gegenstand der Sportwissenschaft
  • Der wissenschaftliche Gegenstand der Sportwissenschaft
  • “Sportwissenschaft” - Ein passendes Etikett?
  • Erkenntnistheoretische Grundlagen der Sportwissenschaft

Das Seminar hat viel Spaß gemacht und hoffentlich den Horizont der Teilnehmer für Forschungsprogramme und die Theorienbildung in der Sportwissenschaft maßgeblich erweitert.